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motary

 

 

 

-Bericht-

Forum EduCARE

29./30. November 2011

Leben und Technologie in einer sich verändernden Gesellschaft

 




PLATTFORM – BARRIEREFREIE ZUKUNFT: 

Fehlende Vernetzung und fehlende Ansprechpartner für die transportierten Informationen – das waren 2 wichtige Punkte, die von den Teilnehmern des Forums geäußert wurden. Wir haben uns dessen angenommen und dank Jürgen Knittel, GK2 Consult München, wird gerade an einer Plattform gearbeitet, die eine bedeutsame Kommunikationsbasis inkl. Handel undBeratung, Selbsthilfegruppen und Chatrooms, Blogs und Cooperative Development zusammen mit Interessenvertretern, Behinderten und Industrie bilden kann. Diese Plattform soll auch unter Teilnahme der Nutzer - ähnlich wie WIKIPEDIA - als generische Plattform etabliert werden und von der Community in eigener Regie weiterentwickelt werden. 

Mehr dazu in unserer nächsten Information!

 

DIE AUSGANGSLAGE

Wer heute nicht barrierefrei baut, vernachlässigt einen großen Teil der

Bevölkerung und begeht ein Vergehen an der Volkswirtschaft:

Alleine in der EU gibt es 125 Millionen Menschen mit speziellen Bedürfnissen,

die durch Einschränkungen in der Mobilität verursacht sind (lt. Eurostat). Die

Entwicklung der „Randgruppe“ Behindert in Verbindung mit der Überalterung

setzt völlig neue Ansprüche an die Politik und Technologie für das Leben und

die Freizeit-Gesellschaft. Denn trotz Internet und der Kommunikations-

Gesellschaft von Heute bleiben viele Entwicklungen, bedingt durch die

Regionalität, verborgen. Der Rest der Gesellschaft hat sich mit diesem Thema

kaum befasst und somit sind die sinnvollen Möglichkeiten von Heute für viele

Entscheider unsichtbar und die Veränderungen werden kaum umgesetzt.

 

DAS ZIEL DES FORUMS

Das Forum EduCARE ist als kontinuierlicher Ansatz eines Entwicklungs-

Prozesses für ein verändertes Denken und Handeln in Europa geplant. Der

internationale Dialog wird im Sinne des Erkennens und der Orientierung sowie

der technischen Lösungen für eine barrierefreie und finanzierbare Gegenwart

geführt.

 

Als Standort dient das richtungweisende Designer Hotel EduCARE am

Ossiacherseespitz, dessen Grundlage der Planung die Bedürfnisse der

verschiedensten Menschen mit Einschränkungen bilden. Aber auch der

gesamte Baufortschritt wurde laufend von diesen Personen mitverfolgt und

trotz großer Barrieren im Bereich des Rohbaues befahren - ein Dank hier an

Mag. Georg Unterrainer, dem E Rollstuhlfahrer mit Fahrgefühl und Mut.

 

 

THEMENSCHWERPUNKTE

 

Der Mensch im Mittelpunkt

Bedürfnisse, Ansprüche an ein aktives Leben

Die gesamte Abfolge und Gespräche anderer Art spiegeln sich in Aufbau und

Umsetzung wieder, die Anwesenden wurden in einer entspannten Atmosphäre

bekannt gemacht und in einer sehr kurzen Zeitspanne verselbständigte sich die

Diskussion, so dass die Pausen und Übergänge fließend waren. Das Thema

Mensch umfasste den Kreis von der Jugend über die Schwangerschaft, das

Leben bis zum Alter und seine Vielfalt in der Ausprägung. Das Thema

Behinderung war kein eigener Diskussionskreis, sondern wurde als

integrierter Bestandteil der Lebensformen gesehen, das Ziel der Gespräche war

- wie kann das Leben für alle komfortabler geschaffen werden.

 

Technologie als Hilfsmittel

Ein breites Thema, dem üblicherweise die Transparenz fehlt und das mit

Werbeaussagen überfrachtet ist. Die Gespräche befassten sich aber mit

Orientierung und der Problemlösung, ohne die Firmenphilosophie in den

Vordergrund zu stellen. Durch die Atmosphäre im Stil eines Workshops, der

sich einfach ergeben hat, entstanden erstaunliche, konkrete Ergebnisse:

 

Die Firma Santec Wimtec, ein weltweit führender Anbieter im Bereich

elektronisch gesteuerter Armaturen mit Hygienespülung für Menschen mit

geschwächter Immunität, vertreten durch Vertriebsleiter Herrn Werner Jogl.

 

Ing. Schneider Nikolaus von der Firma Artweger, ebenso ein innovatives

Unternehmen im Bereich barrierefreier Bäder mit der legendären Twinline –

einer Bade- und Duschkombination mit höchstem Technologie- und

Designanspruch, stellte ein Bad mit einer elektronischen Sitz- und Aufstehhilfe

vor, welche noch nicht am Markt ist. Artweger war durch Herrn Ing. Schneider,

Vertiebsleiter, vertreten.

 

Die Firma Duravit, ein europäischer Player im Bereich Sanitär / Keramik mit

einer eigens entwickelten Linie im Stark Design für Menschen mit speziellen

Bedürfnissen war durch Herrn Werner Jogl vertreten.

 

DIE SUMME, DAS WESENTLICHE

Diese Unternehmen kannten sich, aber jedes für sich setzt eigene Akzente.

Durch die Inhalte des Forums und Themas erkannten die Unternehmen, dass

ab nun gemeinsam ein Comfort Bad und eine Comfort WC Anlage in 3

Stufen mit Designanspruch entwickelt werden. Das erlaubt perfekte

abgestimmte Lösungen, die mit Mag. Unterrainer, und seiner Firma Unterrainer

Consult auf die speziellen Bedürfnisse geprüft und optimiert werden. Diese

anlässlich des Forums entstandene Zusammenarbeit ergibt die Sicherheit einer

perfekten Lösung für Menschen mit Einschränkungen und ebenso einen

nachhaltig verbesserten Preis d.h. geringere Kosten für den Nutzer.

 

Die Faszination dieses Forums lag auch in der Bereitschaft der Anwesenden,

ihre Lösungen für Test und Demoanlagen zur Verfügung zu stellen. Die

Firma L Tec Schweiz, vertreten durch Herrn Bernd Falk entwickelte spezielle

Bergbahnen als Aufstiegshilfen. Dieses System entspricht im Grunde einer

Zahnradbahn, allerdings kann diese Kurven fahren. Diese Lösung erlaubt

Menschen, die nicht in der Lage sind, die Natur zu erleben, ungewöhnliche

Steigungen bis zu Bergerlebnissen zu sichern.

 

Thyssen Access UK stellte eine Vielfalt an Hilfsmitteln vor, die von

Treppenliften bis zu komplexen Liftsystemen und auch kostengünstigen

Plattformliften reichen, Detailentwicklungen für Blinde, Gehörlose und in der

Bewegung einschränkte Menschen bilden die Bandbreite wie von Anke

Chapman vorgestellt. Zu erleben mit welchen Ansätzen ein Konzern diese

Themen analysiert und in Teamarbeit Lösungen erarbeitet, war beeindruckend.

Erreicht wurde, dass Thyssen und die Partner, die diese Produkte anbieten eine

wesentlich stärke Informations-Struktur hinsichtlich Problem und Lösung

erarbeiten werden. Den Verkauf und die Angebote vor dem Vordergrund des

Verkaufs in Lösungsorientierung umzustellen. Die Desinformation

hinsichtlich der idealen, der Problemstellung angepassten Technologie, ist eines

der größten Probleme.

 

Der Kunde ist uninformiert, der Vertrieb teilweise nur auf den Verkauf

ausgerichtet und das Know How kommt somit selten zum Einsatz. Nicht mehr

der Endpreis ist der alleinige Parameter, sondern die Lösung.

 

Für eines der großen Probleme, die Kälteempfindlichkeit von sitzenden oder in

der Bewegung stark eingeschränkten Menschen, importierte die Firma

Armstark aus den USA eine Infrarot Aufwärmekabine - die speziell für diese

Gruppe entwickelt wurde, es beginnt beim barrierefreien Einstieg, über die

Bedienbarkeit im Sitzen mit allen Sicherheits-Features, die gerade für diese

Gruppe wesentlich sind. Darüber hinaus wird eine Holzart verwendet, die

keinen Ansatz von Keimen zulässt, was gerade bei geschwächter Immunität

nötig ist.

 

Das Forum EduCARE war niemals als Ausstellung oder zum Ausloben von

Firmen gedacht, sondern als Diskussionsbasis rund um Menschen, die spezielle

Bedürfnisse haben und wie dies abgedeckt werden könne um ein aktives Leben

zu sichern.

 

Aber es zeigte sich, dass es eine große Vielfalt an spezielle Hilfen gibt, für

kleine Probleme des Alltags die man hinnimmt weil es „halt so ist“. Der Sessel

von Christer Börjeson der schwedischen Firma „Seat Up“, ein Sessel im

schwedischem Design – der nichts anderes darstellt, als eine Hilfe für das

Niedersetzen und Aufstehen zu bieten. Wer kennt das alltägliche Problem nicht,

wenn das Rückgrat oder die Gelenke im Moment nicht mitspielen – das sich

Setzen oder das Aufstehen wird zu einem Problem – der Sessel egalisiert das

elegant.

 

Dieses Thema lässt auch die Zeit vergessen und die Eigendynamik ging in

Details über, an die man selten oder niemals denkt wie die Türschließ -

Systeme der Firma Dorma, wobei DI Jozef Mihalisin, der auch im

Normensinstitut tätig ist, erwähnte, dass nur ein einziger Techniker bei den

Normen mitbestimmt und der Rest zumeist mit Beamten besetzt ist. Dadurch

werden die Möglichkeiten der technischen Gegenwart kaum berücksichtigt.

 

Europa Regions Erhebung

Die Modellregion Gailtal von Fürnitz bis Kötschach Mauthen. Eine Erhebung wie

barrierefrei ist eine Region mit Seen, einem bekannten Schigebiet - als Modell

für den Alpenraum. Wie ist die Einstellung zur Barrierefreiheit, was wurde

bisher gemacht, was kann noch gemacht werden - ist ein Bewusstsein zur

Notwendigkeit eines barrierefreien Lebens in einer breit gefächerten

Tourismusregion überhaupt gegeben. Ist es übertragbar, dass Barrierefreiheit

einer der wesentlichsten Wirtschaftsfaktoren im Bereich des Tourismus der

Gegenwart ist.

 

Das Team der Analyse, Mag. Georg Unterrainer - DI Städtler und das Motary

Team - werden ab März diese Detailanaylse vor Ort erarbeiten - von Pensionen,

über die Kommunen, Tourismusangebote vom See bis zum Lift, bis in

Details von Tankstellen, Lebensmittelgeschäften, natürlich die Hotels und die

Gastronomieszene werden analysiert und zusätzlich breit informiert, um zu

erkennen, ob barrierefreies Leben und barrierefreier Tourismus überhaupt als

Lebensnotwendigkeit der Gegenwart erkannt wurde.

 

Strategien und Lösungen der Dienstleister

Hier bildete das System der intelligenten Nahversorgung von Jürgen Knittel

den absoluten Schwerpunkt. So einfach wie es hier geschrieben ist, stellt sich

das Thema nicht, es stammt aus einem vielfältigen Kontext.

Die Gesellschaft Europas überaltert und wird zu einem Problem der

Sozialfinanzierung. Die Menschen könnten im Schnitt über 6 Jahre mehr in

ihren Wohnungen bleiben, wenn diese barrierefrei wären und so pro Person das

Sozialbudget um zwischen 250.000 und 450.000 Euro entlasten. Das ganze

System hat aber einen gravierenden Fehler – es gibt Essenszustellungen und

karitative Versorgungslösungen, aber der Alltagsbedarf - von den einfachsten

aber lebensnotwendigen Dingen wie Toilettenpapier, Geschirr, Abwaschhilfen,

Taschentüchern, Shampoos bis zu individuellen Lebensmitteln wird nicht

abgedeckt.

 

Die Situation: die Supermärkte und Ketten bemühen sich in ihren

Werbeaussagen um die Hauszustellung, aber diese wird weder von den älteren

oder Menschen mit Einschränkungen wahrgenommen, denn das manchmal

berechtigte Misstrauen, einem Fremden in der Wohnung zu begegnen ist bei

älteren Menschen ausgeprägt, bei in der Mobilität eingeschränkten Menschen

aus logischen Gründen ebenfalls. Die Logistik für Hauszustellung ist dynamisch

und breit ausgeprägt und überall vorhanden.

 

Das entwickelte System gleicht einem elektronischen Briefkasten und

erlaubt unter logistisch ausgeklügeltem Einsatz von Techniken wie GPS und QR

Code, dass ohne persönliche Anwesenheit, die richtige Lieferung an den

richtigen Empfänger gelangt und sicher verwahrt wird – und noch mehr:

verderbliche Ware wird kühl gehalten, warme Speisen warm (Ressourcenschonend:

das System stellt sich eine bestimmte Zeit vor Lieferung auf die

entsprechende Temperatur). Das Besondere ist aber, dass die Steuerung und

Umsetzung für den Rezipienten auf einfach bedienbare Elemente reduziert ist.

Das System ist ähnlich der allgemein gewohnten und bekannten Fernsteuerung

eines TV Gerätes angelehnt und erfordert keine neuen Lernprozesse.

Dieses System beruht auf einer Zusammenarbeit von Spezialisten aus aller

Welt und wurde im EduCARE erstmals vorgestellt.

 

ZUSAMENFASSUNG

Das Forum EduCARE als Dialogplattform zeigte, dass für ein aktives

lebenswertes Leben – nicht nur in Europa eine Vielzahl von Lösungen,

Ideologien vorhanden sind und Faszination auslösen können.

Das EduCARE Hotel als besonderer Standort - das erste Designer Hotel, dass

die Ansprüche von Menschen mit den verschiedensten Problemstellungen zur

Basis hatte und auch im Baufortschritt laufend mit dem Wissen der Betroffenen

aktualisiert und geändert wurde als Basis einer Gegenwart, die bisher kaum

erkannt wurde.

 

Auszug der TEILNEHMER:

Anke Chapman – Thyssen Krupp Access – UK

Bernd Falk – L Tec, Schweiz

Christer Börjeson – Seat up, Schweden

Jürgen Knittel– GK, München

Alex Enders – GK, München

DI Jozef Mihalisin – Dorma, Slowakei

Andreas Rosenbichler – Dorma Österreich

Mag. Georg Unterrainer – Gleichstellungsbeirat Klagenfurt

Mag. Isabella Scheiflinger – Landes Behindertenanwältin

Erich Fritz – Armstark, Graz

Mag. Nikolaus Schneider – Artweger

Werner Jogl – Wimtec / Santec

Rudolf Kravanja – ÖZIV

Kurt Hofer – ÖZIV

Georg Kronberger – Behindertengolfclub Österreich

Marco Hammermann - Proflex

Alexandra Lottermoser –Proflex

Markus Lottermoser– Proflex

Roman Oberlojer mit Familie – Oberlojer Busse

Werner Pruckner – Behinderten Beirat Kärnten

Karin Scherling – Barrierefreie Kinderspielplätze

Robert Haschey – Autark Kärnten

D Heribert Städtler – Hs Technologies

Dr. Raimund Tisott – Votis DB

Stefan Aigner – Aigner Rehatechnik

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