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motary
Gelebte Integration - Ein Phänomen




 

Menschen mit Einschränkungen, die einfach dazugehören. Niemand dreht sich nach einem Rollstuhlfahrer um. Es gibt keine Berührungsangst. Die Menschen – mit welchen Einschränkungen auch immer – sind einfach da; so wie alle anderen auch. 

 

So haben wir es im „Atrio“, einem Einkaufszentrum in Villach/Kärnten, erlebt. Dieser integrative Platz entstand ganz ohne „äußere Maßnahmen“, er entwickelte sich einfach. Dass dort fast immer mehrere Rollstuhlfahrer unterwegs sind, fällt keinem Besucher mehr besonders auf. 

 
 

Dieser Bericht und die Recherche dazu entstanden per Zufall: Und zwar anlässlich eines Einkaufs im Atrio - einem modernen Shoppingcenter. Für einen „fremden“ Wiener war es ungewöhnlich, dass sich über 6 Leute mit Einschränkungen durch die Besuchermenge bewegten, dass sich niemand umdrehte, wisperte, oder Kinder die Nähe der Mutter suchten. Der erste Gedanke war: da muss ein Kongress oder eine Veranstaltung sein, dass sich hier so viele Menschen mit Einschränkungen  sammeln.

 

Es war faszinierend. Wir besuchten das Atrio mehrmals und es war immer gleich: eine bunte Mischung von Konsumenten und nicht mehr. Wir trafen jedes Mal Menschen mit Einschränkungen an.

 

In der SCS oder im Donauzentrum dagegen ist ein amputierter Mensch mit Krücke oder im Rollstuhl eine Art „Schauobjekt“, ein Fremdkörper, den man begafft und zu dem man eine gewisse Distanz hält. Und manchmal auch das Gegenteil: ein „Armer“, dem man Hilflosigkeit unterstellt...

 

Das Atrio aber könnte als Studienobjekt für gelebte Integration dienen. Gerade ein Bundesland, das sich mit seinem Volksgruppen-Disput eher weniger als Vorbild für eine integrative Gesellschaft anbietet, zeigt damit, dass Integration ohne  „viel Aufhebens“, ohne Werbung, sondern vielmehr als Selbstverständnis entstehen kann.

 



Um das zu egründen, baten wir Herrn Mag. Oswald um ein Gespräch.

 

Der Center-Manager Oswald ist „nur“ Vater von Zwillingen. Und er erkannte, dass das Leben mit einem Doppelkinderwagen gar nicht so einfach ist. Vielleicht war gerade das der Anlass, Barrieren zu sehen die sonst kaum jemand wahrnimmt. Irgendwie nahm  ihn das Thema eher unterbewusst gefangen. Als Leiter des Projektes in Villach erforschte er bereits in der Planungsphase wie Barrieren einfach grundsätzlich zu finden bzw. zu verhindern sind. Der Weg führte zum ÖZIV und so konnte das Thema „Barrieren“ und deren Lösung erkannt werden. Die Durchsetzung dieser Erkenntnisse gegen die anderen Architekten und Planer war nicht immer einfach; auch der erhöhte  Aufwand (z.B. anstelle der vorgesehenen 3 Sanitäranlagen 5 zu errichten, die weit über dem üblichen Standard liegen) wurde – wie vieles andere – in Projektsitzungen besprochen und von den Eigentümern genehmigt. Es wurde auch ein Parkplatz realisiert, bei dem die speziellen, wesentlich größeren Parkplätze, mit Schranken gesichert sind.

 

Die gesamte Umsetzung liegt weit über den Normen - eingebettet in ansprechender Architektur. Von besonderer Behinderten-Freundlichkeit ist nichts zu lesen oder zu sehen; es ist ein normales, wenn auch sehr gut designtes Einkaufszentrum. Dass es bei der Information Leihrollstühle gibt, die nicht versteckt und verschämt in einer Kammer lagern, sondern inmitten des Blickpunktes stehen, ist im Atrio ein normales Service, das – so wie alles andere auch - einfach dazu gehört.

 

Aber machen Sie sich selbst ein Bild! 5 Minuten von der Autobahn Abfahrt Villach-Warmbad liegt das Objekt. Es geht uns dabei nicht um ein Shopping-Erlebnis; sehen Sie sich einfach an wie hier Normalität gelebt wird.

Wobei auch Oswald laufend dazu lernt - denn, manchmal behindern Gesetze auch logische Lösungen (wie z. B. Schiebetüren im WC).

 

Zum Schluss unseres Gesprächs wollten wir es ganz konkret wissen: Hat sich der enorme Aufwand  auch gelohnt?

Oswald dazu kurz und bündig: „Der hat sich längst amortisiert!“

 

So gelangen Sie hin: www.atrio.at/de/informieren/anreise/




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