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Podiumsdiskussion Wirtschaft Barrierefrei Villach


Parkhotel, 17.06.2009, 14:00 Uhr

 

 

In ungewöhnlich offener Atmosphäre fand unter der Leitung von Fr. Barbara Sima, Rollstuhlfahrerin und Modell, eine Podiumsdiskussion über das Themenfeld Barrierefreiheit statt, das über 20% der europäischen Bevölkerung betrifft. Die Wirtschaftskraft dieser riesigen Zielgruppe wird immer noch von vielen Unternehmen stark unterschätzt. Mag. Richard Oswald, Geschäftsführer des Atrio Shoppingcenters in Villach, schilderte aus seiner Erfahrung die breite Akzeptanz der perfekt barrierefreien Angebote. Eltern mit Kinderwägen, ältere Menschen oder Rollstuhlfahrer/Innen stellen hier ein wichtiges Kund/Innensegment dar und beweisen den wirtschaftlichen Vorteil für Unternehmen, die in diesem Bereich aktiv werden.

 

Allgemein wurde der Wille bekräftigt, in der Region Villach eine Pionierrolle zu übernehmen und durch den Ausbau barrierefreier Angebote im Handel, im Tourismus oder in der öffentlichen Hand die gesamte Region für diese kaufkräftige Zielgruppe attraktiv zu machen. Insbesondere Vizebürgermeisterin Wally Rettl erklärte seitens der Stadt großes Interesse an diesen Aktivitäten.

 

Doch nicht nur als Kund/Innen, sondern auch am Arbeitsmarkt spielen körperlich eingeschränkte Menschen eine wesentliche Rolle. Mag. Gregor Demblin, Projektleiter von Motary und selbst Rollstuhlfahrer, betonte den riesigen volkswirtschaftlichen Verlust, der dadruch entsteht, dass Menschen mit Behinderungen zu wenig Chancen haben, einen Arbeitsplatz zu finden. Um dem entgegen zu wirken, hat die Plattform Motary gemeinsam mit dem europaweit führenden Internetjobvermittler Careesma eine einzigartige Initiative gestartet, die in Villach erstmals der Öffentlichkeit präsentiert wurde: "Career Moves" vermittelt Jobangebote und Stellengesuche, wobei die Leistung und die individuellen Fähigkeiten der Einzelnen im Vordergrund stehen, und nicht Themen wie Behinderungen und Förderungen. Dieses System unterscheidet sich grundlegend von herkömmlichen Jobvermittlungsprojekten, da die Gesamtzahl der Unternehmen angesprochen wird und nicht nur jene, die von vornherein bereit sind, Menschen mit Behinderung einzustellen. Besonderes Service hinsichtlich Beratungen und Förderungen für Unternehmer/Innen und Jobsuchende wird seitens des Bundessozialamtes geleistet.

 

Peter Mitterer, stellvertretender Leiter der WK Kärnten, wies auf das besondere Potential im Bereich des Tourismus hin. Laut internationalen Studien sind 35% der Kund/Innen auf barrierefreien Tourismus angewiesen - die jeweiligen Begleitpersonen miteingerechnet, denn diese Zielgruppe verreist nie alleine sondern immer zu zweit. Die meisten Menschen mit Behinderungen würden gerne öfter verreisen, können dies aber auf Grund mangelnder Angebote nicht.

 

Gerade Unternehmen, die sich auf Barrierefreiheit spezialisieren, können daher leicht eine ganzjährige Auslastung erreichen. Stadtrat Peter Weidinger kündigte im Tourismus ein verstärktes Engagement der Stadt Villach in dieser Richtung an. Investive Maßnahmen zur Erreichung von Barrierefreiheit können vom Bundessozialamt bis zu 50% gefördert werden. Im Anschluss an die Podiumsdiskussion konnten bei einer exklusiven Weinverkostung, gesponsert vom Weingut Spätrot, in angenehmer Atmosphäre weitere Schritte und Aktivitäten besprochen werden. Gerade Kärnten, als Tourismusland und als spezialisierter IT-Standort, bietet ein ideales Umfeld für ein solches Umdenken, wie auch diese Podiumsdiskussion bewiesen hat.



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